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Ziele des Vereins

Wenn man heute ein Kamel kaufen möchte, ist die Realität so, dass die Tiere oft weder einen Chip noch irgendeinen Abstammungsnachweis besitzen. Daraus folgt, dass weder das Alter noch die Elterntiere bekannt sind. Nur sehr begrenzt kann das Alter anhand der Zähne bestimmt werden.

Viele der in Europa lebenden Trampeltiere stammen - soweit bekannt - aus einigen großen UdSSR - Kasachstanimporten in den 70er bis 90er Jahren. Der Import fand innerhalb des Ostblocks statt, d.h., die Tiere gingen aus ihren Heimatländern in die DDR, nach Ungarn usw.
Im Tierpark Berlin Friedrichsfelde kamen einige solcher Transporte an, die Tiere wurden von dort auf die Zoos der DDR verteilt.
Der Nachwuchs dieser Tiere wurde oft in den "Westen" verkauft.
Nach der Wende gab es weitere Importe aus Russland und Kasachstan, teilweise - wie im Jahr 2000 - auch vom größeren Herden, die dann über den ganzen europäischen Raum Verteilung fanden.
Es war wahrscheinlich, dass innerhalb des Tierbestandes Deutschlands und Europas ein relativ hoher Inzuchtkoeffizient besteht.
Der erste Genttestreihe unseres Vereins hat jedoch zum Ergebnis, dass die Inzucht anscheinend nicht ganz so dramatisch hoch, wie befürchtet ist. Die zweite Gentestreihe lässt vermuten, dass besonders zwischen den direkten Importieren der letzten 20 Jahre eine hohe Verwandschaft besteht - wer sich also "frisches Blut" für die Zucht holte, erreicht anscheinend - entgegen den Erwartungen - oft nicht sein Ziel.
Ansatzweise sinnvolle Zuchtplanung ist erst jetzt durch die Gentest-Arbeit unseres Vereins möglich.

In der Literatur zu den Altweltkamelen findet man Angaben zum maximalen Alter, die mit bis zu 40 Jahren bei Trampeltieren benannte sind. Niemand der Gründungsmitglieder des Vereins oder der Teilnehmer der Kamelpflegertreffen kennen jedoch Tiere, die dieses stolze Alter erreicht haben. Reale Alter von 20 bis maximal 25 Jahren sind bekannt. Wie alt werden die Kamele in Europa wirklich?
Sollte ihre Lebenserwartung deutlich unter der in ihren Ursprungsländern liegen? Wenn ja, welches sind die Gründe? Überfütterung, zu viel Eiweiß, zu wenig Bewegung, zu feuchtes Klima, zu hoher Infektionsdruck bei der Haltung auf kleinen Flächen?

Um in Zukunft gesunde Tiere haben zu können, müssen wir diese Fragen beantworten.
Die Trampeltierbestände in den Ursprungsländern gehen dramatisch zurück: Yaks sind in der Landwirtschaft produktiver, die Nomadenfamilien geben zunehmend ihr traditionelles Leben auf und ziehen an die Stadtränder, harte Winter in den letzten Jahren ließen viele Tiere verhungern.
Auch in Anbetracht dieser Tatsache bekommt eine sinnvolle Zucht außerhalb Asiens zunehmend größere Wichtigkeit.

Die Gründung des gemeinnüzigen Vereins "Altweltkamel e.V." soll ein erster Schritt sein, gezielte gesunde Tiere und sinnvolle Zucht in Europa zu ermöglichen.

Unsere Mitglieder sind derzeit vorrangig private und gewerbliche Kamelhalter und Zootierpfleger.
Unter uns sind noch (fast) keine Biologen, Tierärzte, Genetiker usw.
Wir brauchen Ihre rege Mitarbeit, Unterstützung oder Anregung. Steigen Sie ein!